Im Kalender streicht man die Tage schon ungeduldig ab und kann sich seit Wochen nicht mehr auf die Arbeit konzentrieren. Der Grund: der Sommerurlaub naht. Im Kopf packt man schon genüsslich die Koffer und freut sich auf ein süßes Nichtstun. Doch halt – Hundebesitzer kommen nun ins Stocken. Wohin mit dem geliebten Vierbeiner? Für viele ist das gar keine Frage mehr: Natürlich wird Bello mitgenommen! Was dabei zu beachten ist und was Sie unbedingt brauchen, wenn Sie Urlaub mit dem Hund machen wollen – wir verraten es Ihnen!

Was muss vor der Reise erledigt werden?

Wohin soll’s gehen?

Zuallererst muss sich natürlich genau überlegt werden, was das Reiseziel sein soll. Denn auch wenn exotische Orte absolut trendig sind und ein großes Erholungspotential für uns Menschen versprechen, ist das bei unseren Fellnasen leider häufig nicht der Fall. Insbesondere alle Ziele, die nur per Flugzeug zu erreichen sind, bedeuten für Hunde vor allem eins: Stress und Angst. Denn alle Vierbeiner mit einem Gewicht über 8 kg müssen in einer Transportbox im Frachtraum mitreisen. Allein in einem beengten Raum, stickige Luft, gruselige Geräusche – spätestens bei dieser Vorstellung zieht es doch den meisten Hundebesitzern schmerzhaft das Herz zusammen. Vielleicht doch lieber ein näheres Ziel?

Darf der Hund mit in die Ferienunterkunft?

Ob nun Ferienwohnung, Campingplatz oder Hotel – fragen Sie unbedingt zuvor nach, ob Hunde erlaubt und willkommen sind. Lassen Sie sich am besten dafür auch eine schriftliche Genehmigung vom Quartier geben. In manchen Ländern muss diese nämlich bei der Einreise mit Hund vorgezeigt werden. Es gibt übrigens speziell ausgeschriebene, hundefreundliche Unterkünfte. Buchen Sie am besten gleich eine solche – dann sind alle Urlauber happy!

EU-Heimtierausweis. Kleiner Hund beim Vorsorgeuntersuchung vor Urlaubsantritt

Ab zum Tierarzt!

Studieren Sie gründlich die Einreisebestimmungen Ihres Urlaubslandes. Je nachdem, braucht Ihr Liebling nämlich bestimmte Impfungen, muss eventuell eine Wurmkur machen oder eine Bescheinigung vom Tierarzt bekommen, dass er auch wirklich gesund ist. Außerdem weiß der Veterinär auch guten Rat, was alles an gesundheitlichen Risiken während der Reise oder am Urlaubsort auf den Vierpfotler warten könnte. Er berät Sie dann entsprechend und kann auch Tipps für die Reiseapotheke geben.

Die liebe Bürokratie…

Ohne Papiere verreisen geht natürlich auch für den Hund nicht mehr. Liegt das Reiseziel im EU-Ausland, muss darum auf jeden Fall der EU-Heimtierausweis mitgeführt werden. Darin werden beispielsweise Tollwutimpfungen oder auch die allgemeine Registrierung des Tieres nachgewiesen. Auch eine Kopie Ihrer Hunde-Haftpflichtversicherung ist ratsam.

Ein weiterer Tipp: Ordern Sie eine separate Urlaubs-Hundemarke mit der Adresse und Telefonnummer Ihres Urlaubsortes. Die entsprechenden Reiseunterlagen erhalten Sie i.d.R. vier Wochen vor Reiseantritt, eine Marke mit Text kommt binnen 5 Tagen zu Ihnen nach Hause. So ist auch am Urlaubsort ein eventuell ausgebüchster Vierbeiner schnell wieder bei Herrchen oder Frauchen.

Reisen mit Hund – das sollten Sie dabei haben

Die Wahl des Transportmittels ist auf das Auto gefallen? Dann ist zunächst an die Sicherheit aller Mitfahrer zu denken. Das bedeutet, dass Bello nicht mit auf den Schoß des Beifahrers darf, weil er so traurig guckt. Stattdessen sollte er besser im entsprechend mit einem Gitter gesicherten Kofferraum reisen oder mit einem speziellen Sicherheitsgurt für Hunde auf der Rückbank angeschnallt sein. Auch eine Transportbox für Hunde ist eine gute Alternative.

Die richtige Transportbox je nach Größe des Hundes -Urlaub mit dem Hund-

Nehmen Sie am besten ein Lieblingsspielzeug mit auf die Reise. Kauknochen und Co. lenken die Fellnase ab und sind gut für den Stressabbau. Falls es in die Berge geht, kann das Bearbeiten eines solchen übrigens auch den Druck von den Ohren lösen. Machen Sie außerdem regelmäßig Pausen. Ihr Liebling muss sich bewegen und auch andere Bedürfnisse erledigen können.

Apropos Bedürfnisse. Füttern Sie Ihren Liebling besser nicht mehr ab vier Stunden vor der Abfahrt. So eine Reise ist aufregend und kann Mensch wie Hund auf die Verdauung schlagen. Ein bisschen Fasten ist da deutlich bekömmlicher, als ein Unglück im Fahrgastraum. Aber: Bieten Sie der Fellnase unbedingt viel zu trinken an. Nehmen Sie dafür einen kleinen Wassernapf mit und füllen Sie an den Raststätten auch immer eine kleine Flasche mit frischem Wasser auf.

Hunde müssen draußen bleiben?

Raststätten sind im Übrigen eine schwierige Sache: In viele dürfen Hunde nicht mitgenommen werden, weil es ein offenes Buffet gibt. Vielleicht suchen Sie sich darum ein bisschen abseits der Autobahn ein kleines Lokal oder holen sich ein bisschen was zu Essen zum Mitnehmen. Denn den Hund unbeaufsichtigt allein im Auto zu lassen, ist Quälerei.

Willkommen im Urlaub – was brauchen Sie am Reiseziel?

Wie zu Hause fühlen!

Während wir uns über die Abwechslung freuen, wird unser Liebling von den vielen neuen ungewohnten Gerüchen und Eindrücken ziemlich gefordert. Da ist es schön, ein bisschen Heimat dabei zu haben, um sich sicher und geborgen zu fühlen. Eine Hundeschlafdecke oder das eigene Körbchen sollte darum unbedingt dabei sein.

Nehmen Sie am besten auch einen alten Bettbezug und einige Laken mit. Dadurch kann das Bett in der Unterkunft und/oder Couch und Sessel geschützt werden und der Vierbeiner dennoch wie gewohnt entspannt neben Herrchen und Frauchen liegen, entspannen und schlummern. Einige alte Handtücher sollten ebenfalls im Gepäck sein – so können in der Unterkunft dreckige Pfotenabdrücke nach dem Spaziergang verhindert werden.

Schlemmen im Urlaub?

Während wir uns am liebsten im Urlaub mit regionaler Küche und Spezialitäten des Landes eine Abwechslung vom normalen Speiseplan gönnen, reagieren Hunde häufig eher empfindlich auf rasante Futterumstellungen. Nehmen Sie darum unbedingt genug bekanntes Hundefutter mit, um entweder den ganzen Aufenthalt abzudecken oder aber sanft auf eine vor Ort gekaufte Futtersorte umstellen zu können. Wer weiß, dass der kleine Liebling eher einen empfindlichen Magen hat, sollte aber lieber auf Nummer sicher gehen.

Nehmen Sie auch Futter- und Wassernapf mit. Stellen Sie diese am besten in der Unterkunft auf ein altes Handtuch. So verhindern Sie bei einem stürmischen Entern des Hundebuffets übermäßigen Schmutz. Und für Zwischendurch: Denken Sie auch an Leckerlis. So ein Urlaub ist aufregend! Wenn Ihr Hund darüber nicht spontan alle gelernten Kommandos vergisst, ist das schon mal das eine oder andere Leckerli wert.

Futter- und Wassernapf nicht vergessen. Hund beim saufen

Gesund und gepflegt!

Geht die Urlaubsreise nach Italien, Spanien, Griechenland oder ähnlich warme Länder, sollten Sie unbedingt eine Bürste und/oder Kamm einpacken. Denn Hunde fangen in wärmeren Regionen gerne an zu haaren. Mit ein bisschen zusätzlicher Fellpflege helfen Sie Ihrem Liebling bei der Akklimatisierung.

Falls Ihr Liebling regelmäßig Medikamente einnehmen muss, sollten natürlich auch diese in ausreichender Menge mitgenommen werden. Packen Sie am besten gleiche eine Hunde-Reiseapotheke. Diese könnte in etwa wie folgt gefüllt sein:

  • Zeckenzange
  • Pfotenpflege
  • Augen- und Ohrentropfen
  • Spot-On-Mittel oder Zeckenhalsband
  • Verbandsmaterial
  • Mittel gegen Reisekrankheit bzw. Beruhigungsmittel (z.B. Globuli oder Bachblüten)
  • Mittel gegen Durchfall (z.B. Kohletabletten)

Gassi Gehen im Urlaub

Auch hier ist es wieder abhängig vom Urlaubsort, aber in einigen Regionen ist ein Maulkorb und die Leine Pflicht. In unbekannten Gegenden ist aber ohnehin eine Schleppleine wahrscheinlich die sicherere Variante für Hund und Halter. So kann sich Ihre Fellnase austoben und ist dennoch immer wieder schnell bei Ihnen.

Packen Sie außerdem unbedingt genug Kotbeutel ein. Man soll sich schließlich auch im Urlaub nicht daneben benehmen. Und selbst in einem hundefreundlichen Ressort sind Mitarbeiter wie andere Gäste einfach dankbar, wenn sie keine Tretminen im Gras vorfinden.

Planen Sie einen Urlaub in den Bergen? Dann sollten Sie nicht nur an Ihr eigenes Wander-Equipment denken. Auch Ihr Hund verträgt in unwegsamem Gelände eine Extraportion Schutz: Hundeschuhe schonen die sensiblen Pfötchen. Geht die Reise an den Strand, sollten Sie auch an eine Tier-Sonnencreme denken und besonders die empfindliche Haut um die Nase und an den Ohren eincremen. Außerdem sollte ein Sonnenschirm oder eine Strandmuschel dabei sein für regelmäßige Pausen im Schatten. So oder so ebenfalls wichtig: Trinkwasser!

Gassi gehen im Urlaub am Strand

Urlaub mit dem Hund – geht das wirklich?

Wer auf ein paar organisatorische Dinge achtet und auch mit Ferien in der EU glücklich ist, der kann auf jeden Fall ohne Probleme Urlaub mit dem Hund machen! Es ist ein wenig mehr Gepäck dabei, aber dafür stärkt sich auch die Bindung von Hund und Halter. Wer sich gut in seinen vierbeinigen Liebling einfühlt und entsprechend die Bedürfnisse berücksichtigt, wird eine wundervolle Zeit verbringen können.

Quellen

www.travel4dogs.de/urlaub-mit-hund-checkliste.html
www.partner-hund.de/…/die-tierische-reise-checkliste
www.reisecheckliste.org/urlaub-mit-hund/
www.hunde.de/hund/urlaub/
www.welt.de/…/Wenn-der-Hund-mit-in-den-Urlaub-fahren-will.html