“Mir ist langweilig!” Diese Aussage hört man wohl meist nur vom eigenen Kind. Doch wenn er könnte, würde uns wohl auch mancher Hund diese Information zukommen lassen. Da er aber leider nicht sprechen kann, muss er sich auf vorwurfsvolle Blicke beschränken. Diese sollten wir auf keinen Fall ignorieren! Langeweile und geistige Unterforderung sind regelrecht gesundheitsgefährdend für unsere Lieblinge. Wir empfehlen darum: Probieren Sie Intelligenzspielzeuge für Hunde aus. Was Sie dazu wissen müssen, verraten wir Ihnen hier.

Sind Intelligenzspielzeuge für Hunde wirklich sinnvoll?

Wer sich die Bedürfnisse eines Hundes vor Augen führt, hat vor allem eins im Sinn: Bewegung. Mehrmals am Tag möchten die Vierbeiner gern raus an die frische Luft, rennen, schnüffeln und vielleicht auch mal ein oder zwei Bällchen fangen. Nach einer großen Runde im Wald etwa sind sie herrlich erschöpft und fallen zufrieden in ihr Hundekörbchen. Richtig?

Jein. Denn tatsächlich ist das nur eine Seite der Medaille. Es gilt hier – genau wie bei uns Menschen – nicht nur der Spruch “In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist.” Genauso wie auch wir geistige Stimulation wollen, braucht auch ein Hund etwas, an dem er eine Weile knobeln und tüfteln kann. Denn ständige geistige Unterforderung führt dazu, dass das Denkvermögen verkümmert. Es droht sogar Demenz!

Intelligenzspielzeuge sind darum eine großartige Sache. Denn sie fördern die Denkvorgänge unserer kleinen Spürnasen und trainieren zusätzlich auch die Feinmotorik und Geschicklichkeit. Sie sind die perfekte Ablenkung sowohl für einen absoluten Schlecht-Wetter-Tag (denn dann wollen auch Hunde nur ungern vor die Tür), als auch für Zeiten in denen Bello mal allein zu Hause bleiben muss.

Ein Spaß für Jung und Alt?

Intelligenzspielzeuge für Hunde sind eigentlich nicht altersgebunden. Sie können bereits im Welpenalter beginnen, diese Beschäftigung anzubieten. Allerdings empfiehlt es sich erst ab etwa einem halben Jahr damit anzufangen. Denn davor sind die kleinen Hundekinder noch schwer damit beschäftigt, alle wichtigen Basics des Lebens zu erlernen. Nach sechs Monaten können Sie aber von Zeit zu Zeit versuchen, Ihrem kleinen Liebling die Knobelspiele zu geben.

Auch im fortgeschrittenen Alter sind Intelligenzspielzeuge eine feine Sache. Es heißt zwar immer, einem alten Hund bringt man keine neuen Tricks mehr bei – aber Senioren haben genauso viel Freude an dieser Beschäftigung. Häufig ist bei ihnen nämlich die körperliche Ausdauer, Kraft und Verfassung nicht mehr so gut. Damit auch sie sich wenigstens mental auspowern können, sind die Spiele ideal. Zumal sie auch im Sitzen oder Liegen durchgeführt werden können.

Welches Intelligenzspielzeug ist das richtige für meinen Hund?

Nicht jedes Spielzeug eignet sich für jeden Hund. Wir mögen ja auch nicht alles, was uns vorgeschlagen wird. Darum müssen verschiedene Faktoren bei der Auswahl beachtet werden.

Was für einen Hund haben Sie?

Sie kennen Ihren Liebling am besten. Manche Hunde sind einfach freudige kleine Flummis, die aber nicht so viel Frust vertragen. Andere hingegen sind geduldig und ehrgeizig. Tatsächlich ist die Rasse schon ein wichtiges Indiz, welches Spielzeug sich eignen könnte. Denn es gibt langsame Lerner bzw. genügsame Tiere (z.B. die Deutsche Bulldogge), durchschnittliche Knobler (z.B. Labrador) und wahre Sherlock Holmes. Der Border Collie gilt etwa als wahrer Überflieger beim Lernen.

Hund spielt mit der Buster Activity Mat

Intelligenzspielzeug für Hunde aus Stoff: die Acitivity Mat von Buster

Aber auch die anatomischen Gegebenheiten sind wichtig. Denn wenn Ihr kleiner Freund eine kurze Nase hat, eignen sich Spielzeuge schlecht, die mit der Schnauze bearbeitet werden müssen. Auch lange Lefzen sind dann eher im Weg. Bei einer solchen Rasse, sollte man besser ein Spielzeug wählen, das mit den Pfoten bedient wird. Und auch die Körpergröße muss bedacht werden. Ein Berner Sennenhund wird beispielsweise nicht gut mit einem sehr filigranen Spielzeug zurecht kommen.

Welches Material sollten Sie wählen?

Die meisten Intelligenzspielzeuge für Hunde bestehen entweder aus Plastik oder aus Holz. Einige gibt es auch aus Gummi oder robustem Stoff. Im Prinzip sind alle drei Materialien in Ordnung – wenn die Verarbeitung stimmt! Denn wenn diese mangelhaft ist, besteht ein hohes Verletzungsgefahr.

Prüfen Sie also unbedingt, ob es scharfe Kanten, Ecken oder spitze Grate gibt. Auch das Gewicht ist wichtig, denn nur wenn es einigermaßen massiv gearbeitet wurde, steht es sicher. Ist es zu leicht oder fragil, könnte es schnell kaputt gehen. Hat es Gummifüße für einen Anti-Rutsch-Effekt auf Fliese oder Laminat? Hält es einem Hundebiss stand? Oder droht es zu zersplittern? Gibt es besonders viele Kleinteile, die vielleicht verschluckt werden könnten?

Hund mit Intelligenzspielzeug

Hier knobelt ein Hund mit einem Intelligenzspielzeug aus Holz

Ebenfalls geprüft werden sollte auch die Funktionalität. Denn auch wenn das Spielzeug gut verarbeitet ist – wenn Fächer und Mechanismen nicht einigermaßen leichtgängig sind, wird Ihr Hund nicht lange Freude daran haben. Zudem sollte auch die Reinigung problemlos möglich sein. Immerhin kommen diese Spielsachen sowohl mit Futter und Leckerlis als auch mit Hundespeichel in Berührung. Ein feuchtes Abwischen oder einen Maschinenwaschgang muss das Material darum vertragen.

Welche Arten gibt es?

Das Prinzip ist eigentlich immer gleich. Im Spielzeug werden Leckerlis versteckt, die der Hund zwar sieht bzw. riecht, aber an die er nicht direkt heran kommt. Dafür muss er zunächst einmal verschiedene Mechanismen betätigen: Scheiben schieben, Hebel umlegen, Schalter betätigen, Stopper herausholen, Schubladen aufziehen, Fächer drehen, uvm. Erst durch diese logischen Abfolgen kommt der Hund an sein Ziel.

Eine Spielzeugart sind Bälle oder Knochen, die mit Leckerlis gefüllt werden. Der Hund muss nun die Gegenstände bewegen, damit die Futterstückchen durch kleine Öffnungen wieder herausfallen. Es gibt auch Varianten, bei denen die Leckerlis zwischen Noppen eingeklemmt sind und vom Hund vorsichtig mit den Zähnen wieder herausgezogen werden müssen. Die etwas größere Alternative sind sogenannt Active-Boards. Auch hier werden Leckerlis versteckt, die allerdings mehrere Mechanismen zur Lösung des Problems benötigen.

Intelligenzspielzeuge für Hunde

Intelligenzspielzeug für Hunde gibt es in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen

Der Schwierigkeitsgrad des Spielzeugs

Wie schon erwähnt, gibt es Hunde, die gerne und viel tüfteln und andere, die einfach nur etwas Beschäftigung suchen. Darum gibt es auch viele unterschiedliche Schwierigkeitsgrade. Und auch wenn Sie einen kleinen Rätselkönig bei sich zu Hause vermuten – beginnen Sie mit einem leichten Spielzeug. Denn wichtig ist, dass der Hund Spaß daran hat. Ist die Lösung zu schwer, kommt Frustration auf.

Besser ist es darum, klein anzufangen. Bei leichten Intelligenzspielzeugen muss nur ein Mechanismus erkannt und durchgeführt werden. Etwas fortgeschrittenere Varianten haben eine Kombination aus unterschiedlichen Schritten, welche von der hündischen Spürnase erst durchgeführt werden müssen, eh sie an die Belohnung kommt. Einige Spielzeuge können übrigens sogar “mitwachsen” in dem nachträglich noch neue Schwierigkeiten hinzugefügt werden. Diese Art ist besonders geldbeutelschonend und lernfreundlich.

Wie geht man mit dem Spielzeug richtig um?

Sie haben das richtige Intelligenzspielzeug für Ihren Liebling gefunden? Dann steht dem Spaß jetzt nichts mehr im Wege. Aber Sie sollten immer darauf achten, dass es genau das bleibt: ein Spaß. Denn Ihr Hund sollte sich immer nur dann damit beschäftigen, wenn er wirklich Lust darauf hat – und auch nur so lange wie er kann oder mag. Je nach Schwierigkeitsgrad ist so ein Intelligenzspielzeug nämlich durchaus hoch anstrengend. Die Konzentrationsphase hält oft nur einige Minuten bis vielleicht etwa eine halbe Stunde. Danach ist Bello häufig wirklich platt und schläft erst einmal eine Runde.

Spielt Ihr Hund gerade also nicht aktiv mit seinem Spielzeug, sollte es sofort wieder weggeräumt werden, denn es ist keine Dauerbeschäftigung! Stehen Spielsachen immer zur freien Verfügung, tritt oft ein gewisser Gewöhnungseffekt ein und darauf folgt Desinteresse. Darum ist es wichtig, das Intelligenzspielzeug bewusst einzusetzen. Außerdem zu beachten: Setzen Sie die Spielzeuge häufig ein, sollte die Menge an Leckerlis von der normalen Futterration abgezogen werden. Sonst droht Übergewicht.

Übrigens: Lassen Sie Ihren Liebling zu Beginn nicht allein mit dem Spielzeug. Es ist wichtig, dass Sie ihn in den ersten Spieleinheiten betreuen und motivieren, ihm aber nicht direkt beim ersten bettelnden Blick helfen. Falls doch irgendwann Frust sich breit macht, können Sie ihn gleich wieder besänftigen. Erst wenn Ihr Hund tatsächlich droht das Interesse zu verlieren, sollten Sie ihm die Lösung demonstrieren – und ihm dann aber unbedingt noch einmal die Chance geben, es selbst zu versuchen. Denn mit diesem Erfolgserlebnis wird das Spielzeug garantiert ein Dauerbrenner!

Quellen

www.leswauz.com/…/intelligenz-spielzeug-fuer-den-hund/
www.magazin.mydog365.de/…/warum-hundespielzeug/
www.magazin.mydog365.de/…/intelligenzspielzeug/
www.schnueffelfreunde.de/intelligenzspielzeug-fuer-hunde/