Wenn Sie auf eine natürliche Ernährung Ihres Vierbeiners großen Wert legen, haben Sie sicher auch schon von der Teufelskralle für Hund und Katze gehört. Diese Pflanze soll nicht nur bei Arthrose und anderen Gelenkproblemen eine positive Wirkung haben, sondern auch bei Appetitlosigkeit und Verdauungsproblemen Abhilfe schaffen. Doch was ist dran und wie wirkt sie eigentlich? Das und mehr erfahren Sie hier!

Das ist sie: Die afrikanische Teufelskralle

Eines sei vorweg genommen: Wenn wir von der Teufelskralle als Naturheilmittel sprechen, meinen wir damit immer die afrikanische Pflanze. Es gibt nämlich auch eine gleichnamige Variante in Europa, diese ist jedoch für den medizinischen Einsatz nicht geeignet. Stattdessen nutzen wir die harpagophytum procumbens, wie sie wissenschaftlich genannt wird.

Seine Ursprünge hat dieses Sesamgewächs im südlichen Afrika. Erkennen kann man sie dort zum einen an den strahlend roten Blüten und zum anderen an den Früchten. Dabei handelt es sich nämlich um eine Art Klette, die gern im Fell bzw. an der Kleidung haften bleibt. Diesen „teuflischen Krallen“ verdankt sie auch ihren Namen.

Jedoch sind es nicht die Früchte, die für den medizinischen Gebrauch verarbeitet werden. Stattdessen nutzen wir dafür die Wurzeln der Pflanze. Diese enthalten entscheidende Nährstoffe, die sich positive auf den Körper von Säugetieren auswirken. Dazu zählen unter anderem ungesättigte Fettsäuren, Phenylpropanoide, Zimtsäure, Iridodglykoside und Chlorgensäure.

Die Wurzel der Teufelskralle

Teufelskralle: Wirkung bei Säugetieren

Die Wirkung der Teufelskralle ist keinesfalls nur auf unsere Haustiere beschränkt, sondern wird auch beim Menschen oft genutzt, um Gelenkbeschwerden zu behandeln. Dafür wird die Wurzel der Pflanze zu Pulver, Tabletten, Salben und Tee verarbeitet. Diese verschiedenen Varianten bieten vielseitige Möglichkeiten der Behandlung – gerade bei Tieren kann es ja doch häufig schwierig werden, eine Tablette zu verabreichen.

In ihrer Heimat wird die afrikanische Teufelskralle vor allem bei Verdauungsproblemen, Beschwerden von Leber oder Galle sowie Harnwegserkrankungen eingesetzt. Zudem wirkt sie aber auch abschwellend, entzündungshemmend, blutverdünnend und sogar leicht schmerzlindernd.

Auf die Bedürfnisse des Hundes abgestimmt

Es sind die oben beschriebenen Eigenschaften, die man sich beim Einsatz der Teufelskralle beim Hund zu Nutze macht. Das Zusammenspiel der enthaltenen Nährstoffe hat sich als sehr effektiv bei Gelenkproblemen der Tiere bewiesen. Leidet ein Hund zum Beispiel unter Arthritis, werden seine Schmerzen meist deutlich gelindert und die Entzündung des Gelenks um einiges besser. So finden auch ältere Tiere häufig ihre Bewegungsfreude wieder.

Ist die Arthritis zu weit fortgeschritten, kann sie sich zu einer Arthrose – dem Gelenkschwund – weiterentwickeln. Während diese Krankheit nicht zu heilen ist, können ihre Symptome dennoch gelindert und bekämpft werden. Auch hier kommt die Teufelskralle beim Hund zum Einsatz. Denn sie kann zum einen vorbeugend gefüttert werden – das ist vor allem bei Rassen relevant, die durch die Zucht besonders anfällig für Gelenkerkrankungen geworden sind.

Zum anderen ist es ihre schmerzlindernde und abschwellende Wirkung, die eine Besserung verspricht. Dadurch kann es dem Hund leichter fallen, sich wieder zu bewegen und mit anderen Tieren zu tollen. Verzagen Sie jedoch nicht, wenn sich innerhalb der ersten Tage nicht gleich ein Fortschritt abzeichnet. Die Teufelskralle braucht einige Zeit, um ihre volle Wirkung zu entfalten.

Tobende Hunde trotz Gelenkproblemen- Teufelskralle

Und bei der Katze?

Die Teufelskralle bei der Katze ist noch nicht so bekannt wie bei anderen Tieren. Das liegt vor allem daran, dass die kleinen Stubentiger lange Zeit relativ unbetroffen von Gelenkerkrankungen geblieben sind. Dennoch können auch sie – gerade im Alter – an Arthrose oder gar akuten Arthritisschüben leiden. Oft werden diese aber gar nicht diagnostiziert und können auch nicht entsprechend behandelt werden.

Beobachten Sie aber, dass Ihre Katze deutlich steifer, ja vielleicht sogar staksig läuft und sich seltener bewegt als zuvor, ist das ein Grund den Tierarzt aufzusuchen. Das sind nämlich die ersten Hinweise einer Gelenksarthrose. Diese kann dann ebenfalls mit Teufelskralle behandelt werden. Dazu eignen sich Salben oder ein Pulver, welches leicht unter das Futter gemischt werden kann, besonders gut.

Oft werden Sie binnen einiger Wochen eine deutliche Verbesserung der Symptome erkennen können. Ihre Katze wird wieder mehr toben und auch allgemein etwas aufgeweckter sein, da die Schmerzen und die Schwellung langsam abklingen. Häufig kann die Teufelskralle bei Katzen sogar als einzige Therapieform eingesetzt werden.

Katze bekommt in Ihren Futter Teufelskralle als Pulver

Nebenwirkungen der Therapie

Meist wird ein Einsatz der Teufelskralle bei Hund und Katze als Kur empfohlen. Jedoch kann es auch hier Ausnahmen geben, die Sie aber zuvor unbedingt mit Ihrem Tierarzt absprechen sollten. Ein Dauereinsatz kann nämlich die Magenschleimhaut angreifen oder es können sich Gallensteine bilden.

Da das Risiko aber relativ gering ist und nur bei einer dauerhaften Verabreichung droht, können Sie die Wurzel chemischen Medikamenten getrost vorziehen. Hier ist es nämlich auch von Vorteil, dass die körpereigenen Entgiftungsprozesse nicht beeinträchtigt werden. Nur bei Schwangerschaften ist davon abzuraten und wenn nötig lieber doch zur chemischen Alternative zu greifen.

Wie viel darf’s sein? – Die Dosierung

Damit eine Behandlung mit Teufelskralle bei Hund und Katze auch Erfolg zeigt, ist die Dosierung entscheidend. Da die Größen der Tiere sehr stark variieren, sollten Sie sich dabei unbedingt auf die Angaben des Herstellers verlassen. Zudem sind die verschiedenen Mittel unterschiedlich konzentriert, sodass es auch hier zu Abweichungen kommen kann – lesen Sie darum die Packungsbeilage genau. Meist ist die Dosierung der Teufelskralle auf das Körpergewicht bezogen – man kann mit etwa 2 g je 10 kg Körpergewicht rechnen.

Verabreichen Sie die Heilpflanze auf Anraten Ihres Tierarztes, können Sie diesen zudem befragen. Viele Veterinäre haben auch spezielle Produktempfehlungen parat, deren Dosierung sie auf Ihr Tier anwenden können. Zudem müssen Sie sich entscheiden, ob Sie ausschließlich eine vorbeugende Kur (meist 1 bis 2 Mal im Jahr für etwa 8 Wochen) oder eine dauerhafte Fütterung anstreben.

Übrigens: Wenn Sie Ihre Vierbeiner gerade einer Teufelskralle-Kur unterziehen, sollten Sie auch auf die Bewegung achten. Die betroffenen Gelenke dürfen nicht übermäßig belastet, aber auch nicht zu sehr geschont werden. Kleine Spaziergänge und ein leichtes Tollen in der Wohnung sind meist ideal. Beobachten Sie, dass ein Bein zu sehr entlastet wird, hören Sie lieber auf, denn dann könnte es zu einer Fehlbelastung der anderen Gelenke und Schäden an diesen kommen.

Die Blüte der Teufelskralle

Fazit: Ein Wundermittel der Natur?

Das ist die Teufelskralle nicht, aber dennoch kann sie Ihrem Tier helfen, die Bewegungsfreude wiederzufinden. Gerade bei akuten Gelenkerkrankungen zeigt die Wurzel eine sehr positive Wirkung und kann Schmerzen sowie Schwellungen lindern. Zudem ist sie eine gute Variante, um solchen Erkrankungen vorzubeugen. Gerade bei besonders anfälligen Rassetieren oder auch bei Übergewicht kann die Teufelskralle bei Hund und Katze ein gutes Mittel sein, um das Ausbrechen von Arthrose zu verhindern.

Hinzu kommt, dass die Pflanze auch bei Entzündungen der Harnwege Abhilfe schaffen kann. Ebenso wie die enthaltenen Bitterstoffe dafür sorgen, dass die Verdauung beschwichtigt und der Appetit der Vierbeiner anregt wird. Eine Gabe ist also meist den Versuch wert.

Quellen
https://www.afrikanische-teufelskralle.net/hund-und-katze.html
https://www.seniorpfoten.de/teufelskralle-hunde/#2_So_hilft_die_Teufelskralle_deinem_Hund
https://modern-dogs.de/gesundheit/die-teufelskralle-fuer-den-hund/
https://www.drhoelter.de/tierarzt/ernaehrungsinfos/neue-hoffnung-bei-arthrose.html
https://www.netdoktor.de/heilpflanzen/teufelskralle/