Sie ist nicht nur schmerzhaft, sondern kann auch wirklich gefährlich werden: eine Otitis externa. Leider erkennt man diese Erkrankung nicht sofort, obwohl wirklich viele Tiere dazu neigen, sie zu entwickeln. Welche Ursachen und Symptome sie hat und wie man sie behandeln kann – das und was Sie sonst noch zur Ohrenentzündung beim Hund wissen müssen, verraten wir Ihnen. Lesen Sie hier mehr!

Was ist eine Otitis beim Hund?

Als Otitis wird zunächst einmal allgemein eine Entzündung des Ohrs bezeichnet. Diese gibt es in drei unterschiedlichen Formen. Die häufigste Form bei Hunden ist die Otitis externa, also eine Entzündung des äußeren Gehörgangs. Es können aber auch andere Teile des Organs betroffen sein. So können unsere Fellnasen auch eine Otitis media (Mittelohrentzündung) oder eine Otitis interna (Innenohrentzündung) bekommen. Je weiter die Erkrankung ins innere des Ohres vordringt, desto schwerwiegender sind dabei leider auch die Folgen.

Zunächst leiden die meisten Hunde “nur” unter Schmerzen, im Laufe der Ohrenentzündung kann es aber auch zu einer Trommelfellverletzung kommen. Weiterhin kann dadurch das Hörvermögen beeinträchtigt werden. Auch eine Gleichgewichtsstörung ist möglich. Und schließlich kann die Entzündung sogar den Gesichtsnerv des Hundes schädigen. Diese Erscheinungen können unter Umständen dauerhaft bestehen bleiben. Darum sollte eine Otitis immer möglichst schnell behandelt werden.

Hundegehörgang auf Entzündungen überprüfen- Ohrenentzündung beim Hund

Ursachen für eine Ohrenentzündung beim Hund

Die Frage nach dem Warum ist bei vielen Haltern ganz stark. Doch es gibt für eine Otitis leider nicht den einen Auslöser. Man spricht hier von einer sogenannten Faktorenkrankheit. Das bedeutet, es spielen immer mehrere Faktoren eine Rolle. Dazu zählen zum einen prädisponierende (also eine Veranlagung oder ein vorherrschender Umstand), dann primäre (ursächlich auslösende) und auch perpetuierende (aufrechterhaltende) Faktoren.

Prädisponierende Aspekte

Ganz vornan steht hierbei die Anatomie des Tieres. Alles, was die ausreichende Belüftung des Gehörgangs behindert, kann eine Otitis hervorrufen. Dazu gehören beispielsweise enge oder stark vertikal abgeknickte Ohrkanäle. Auch eine natürliche, sehr starke Talgbildung trägt dazu bei, genauso wie eine übermäßige Behaarung am Ohr. Schwere, hängende Schlappohren sowie tief ansetzende Ohrmuscheln sind gleichsam ungünstige Voraussetzungen.

Es kann aber auch an der Umgebung oder dem Verhalten liegen. Herrscht beispielsweise in der Wohngegend dauerhaft eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit? Oder können Sie Ihren Hund von keinem Wasserloch fernhalten? Übermäßige Feuchtigkeit im Ohr begünstigt eine Ohrenentzündung.

Leider ist aber auch der Halter manchmal selbst der unglückliche Verursacher. Auch wenn er es gut meint, kann etwa eine falsche oder übermäßige Ohrenpflege ursächlich sein. So können sich beispielsweise austrocknende Ohrreiniger negativ auswirken. Und auch der Einsatz von Wattestäbchen ist keine gute Idee. Dadurch können Verletzungen hervorgerufen werden oder auch der Talg weiter ins Ohrinnere geschoben werden.

Hund kratzt sich am Ohr- Ohrenentzündung beim Hund

Primäre Faktoren

Tatsächlich eine Otitis auslösen können beispielsweise Fremdkörper. Grannen, Schmutz oder auch Reste von Pflegemitteln können sich im Gehörgang festsetzen und diesen reizen und verstopfen. Aber auch Parasiten (z.B. Milben, Zecken), Hefepilze und Bakterien sind hier gern Auslöser für Entzündungen. Ihr Befall führt u.a. zum vermehrten Kratzen des Hundes an seinen Ohren, wodurch es zu Schwellungen, Reizungen usw. kommen kann. Hinzu kommen auch Virusinfektionen (z.B. Herpes).

Zecke im Ohr des Hundes kann auch Ohrenentzündungen hervorrufen

Eine Ohrenentzündung beim Hund kann aber auch mit schwerwiegenderen Erkrankungen des Tieres zusammenhängen. So sind beispielsweise Nieren- und Leberprobleme oft auch Auslöser für eine Otitis. Das liegt daran, dass Giftstoffe nicht mehr ausgeführt werden können, die Haut spröde und rissig wird und schlussendlich Erreger ein leichtes Spiel haben. Eine allgemeine Schwächung des Immunsystem, eine mangelhafte Durchblutung, eine Stoffwechselstörung und vieles mehr kann sich ebenfalls entsprechend auswirken.

Und schließlich sind auch Allergien gern Ursachen für Ohrenentzündungen, denn auch sie schwächen zum einen den Körper und führen zum anderen zu Reizungen, Juckreiz und Schwellungen. Die meisten haben ihren Ursprung im Futter. Es gibt aber auch Hunde, die beispielsweise auf Pollen oder Hausstaub allergisch reagieren. Und manche Tiere leiden auch unter einer Arzneimittelunverträglichkeit.

Perpetuierende Umstände

Einmal in Gang gekommen, ist eine Otitis tatsächlich gern auch eine Art Teufelskreis. Denn Parasiten sind nicht nur potentielle Auslöser, sondern halten eine Entzündung auch aufrecht. Dadurch kann die Haut sich mit der Zeit verdicken, was den Gehörgang zusätzlich verengt und das Spiel von vorn beginnen lässt. Aber auch andere Wucherungen, Schwellungen und Veränderungen spielen hier hinein.

Wie erkennen Sie eine Ohrenentzündung beim Hund?

Das wohl deutlichste Kennzeichen ist das ständige Schütteln und/oder Schiefhalten des Kopfes. Hinzu kommt auch ein gehäuftes Kratzen an der Ohrmuschel, welche oftmals gerötet ist. Diese ersten Anzeichen können milde ausfallen, sich aber auch stark steigern. Je schlimmer die Entzündung wird, desto unruhiger wird Ihr Hund wahrscheinlich werden. Der Grund: Aus dem Jucken sind Schmerzen geworden. Lässt sich Ihr Liebling also nicht mehr gern am Kopf anfassen, reagiert vielleicht sogar aggressiv, kann eine Otitis der Grund dafür sein.

Hund hält seinen Kopf schief-Ohrenentzündung beim Hund

Ein weiteres Indiz für eine Ohrentzündung beim Hund ist übrigens ein dunkler Belag in Koppelung mit einem unangenehmen Geruch im Ohr. Weitere Symptome können zudem auch noch Fieber, Appetitlosigkeit und Lethargie sein. Und ist die Entzündung bereits im Mittelohr angekommen, kann es wortwörtlich sein, dass Ihr Hund schlecht hört. Dringt die Entzündung ins Innenohr vor, ist häufig auch der Gleichgewichtssinn beeinträchtigt. Ihr Tier läuft dann also u.U. wackelig und unsicher.

Was tun, wenn Ihr Hund eine Otitis hat?

Da die Symptome und Auslöser so unterschiedlich sein können, ist die Ohrenentzündung beim Hund häufig schon fortgeschritten, wenn man sie letztendlich erkennt. In jedem noch so kleinen Verdachtsfall sollten Sie darum schnell mit Ihrem Vierbeiner zum Tierarzt gehen, um hier eine umfassende Diagnostik vornehmen zu lassen. Eigene Therapieversuche sind hingegen meist eher kontraproduktiv, etwa wenn man versucht Fremdkörper selbst zu entfernen. Dadurch kann sich der Zustand sogar verschlimmern, da durch unsachgemäße Behandlung z.B. das Trommelfell beschädigt werden kann oder ähnliches.

Erste Schritte beim Tierarzt

Das Wichtigste ist darum tatsächlich, dass zunächst das Trommelfell untersucht wird. Denn von dessen Zustand leiten sich die weiteren Maßnahmen ab. Gibt es hier eine Beschädigung, kann später vielleicht nicht mit einer Spülung gearbeitet werden. Der Tierarzt hat für diese Erstuntersuchung die geeigneten Instrumente und kann, wenn nötig, Ihren Vierbeiner auch in eine leichte Narkose legen.

Tierärztin gibt dem Hund Ohrentropfen gegen die Ohrenentzündung.

Als nächstes müssen die akuten Auslöser beseitigt werden. Das bedeutet also beispielsweise die Entfernung der Fremdkörper oder die Bekämpfung von Parasiten, Bakterien und Pilzen. Dazu werden häufig entzündungshemmende oder antibiotische Medikamente gegeben. Das Ohr wird dann fachmännisch gereinigt und weiterbehandelt, um beispielsweise Wunden sauber zu halten und Juckreiz zu lindern. Dafür werden häufig konventionelle Ohrenspülungen oder Ohrentropfen eingesetzt.

Aber auch pflanzliche Mittel wie beispielsweise Teebaumölsalben oder Kokosöl haben meist einen positiven Effekt. Der Einsatz solcher Produkte sollte aber unbedingt vorab mit Ihrem Veterinär oder Tierheilpraktiker abgeklärt sein, damit keine zusätzlichen Reizungen entstehen.

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Langfristige Ursachenforschung und Vorbeugung

Ist die akute Ohrenentzündung einmal unter Kontrolle, gilt es alle eventuellen Auslöser möglichst auszuräumen. Handelt es sich beispielsweise um eine Futtermittelallergie? Dann achten Sie unbedingt auf sehr hochwertiges Futter mit ggf. hypoallergenen Zutaten. Eventuell könnte auch Barfen relevant werden. Sind es eher anatomische Gegebenheiten, die eine Otitis begünstigen, können manchmal auch chirurgische Eingriffe präventiv vorgenommen werden (z.B. Wucherungen entfernen).

Wichtig ist, dass Sie die Ohren Ihres Vierbeiners regelmäßig (1x wöchentlich) kontrollieren. Halten Sie zudem die Ohrmuscheln und Gehörgänge immer trocken. Nach einem Ausflug ins kühle Nass sollten Sie daher mit einem Handtuch vorsichtig alles abreiben. Sie können auch beispielsweise Kokosöl hier einmassieren, um Parasiten fernzuhalten. Betreiben Sie aber keine zu intensive Ohrenpflege. Gehört Ihr Hund übrigens zu einer Rasse, die stark behaart ist, kann auch ein regelmäßiger Besuch beim Hundefriseur helfen.

Besitzerin kontrolliert das Ohr des Hundes- Ohrenentzündung

Falls sich trotz all dieser Maßnahmen wieder eine Ohrenentzündung bei Ihrem Hund entwickelt, machen Sie sich aber keine Vorwürfe. Diese Erkrankung ist schwierig und langwierig. Bleiben Sie weiterhin am Ball und achten auf mögliche Symptome. Ihr Liebling wird es Ihnen danken!

Quellen

https://www.derhund.de/ohrenentzuendung-bei-hunden/

https://www.bellos-gesundheit.de/ohrenentzuendung-beim-hund.html

https://www.hundeo.com/gesundheit/ohrenentzuendung/